Ballaststoffe – mehr Gesundheit als Ballast!?

Published : 08.07.2017

Ballaststoffe – mehr Gesundheit als Ballast!?

Berühmt berüchtigt für ihre positiven Auswirkungen auf Verdauung und Stoffwechsel, stehen Ballaststoffe immer mehr in der Kritik der Wissenschaft. Was den Laien schnell verunsichern kann, mag bei genauerem Betrachten jedoch fragwürdig erscheinen: nicht die Frage nach „Ballaststoffe, ja oder nein?“- sondern „welche Art von Ballaststoffen in welcher Kombination“, stellt die viel interessantere und gesundheitlich relevantere Frage dar.

Wie das Wort schon andeutet, können Ballaststoffe nicht von körpereigenen Enzymen verstoffwechselt werden. Ihre unverdauliche Struktur regt bereits im Mundraum die Kautätigkeit an. Durch ihren festen Verbund wird die Verweildauer im Magen deutlich erhöht und das Sättigungsgefühl begünstigt. Zusätzlich werden größere Mengen Verdauungssaft abgegeben, was die Darmtätigkeit beschleunigt.

Eine Großzahl der Studien, die im Volksmund Aufsehen und Hysterie aufwirbeln, gründen auf Versuchsreihen aus isolierten Ballaststoffen. Diese lassen sich folglich nicht auf ihre Gesamtwirkung im Körper übertragen. Der gesundheitliche Nutzen eines Lebensmittels erfolgt immer in seiner ganzheitlichen Wirkung auf den Organismus, d.h. in Kombination mit anderen wertvollen Stoffen, die nicht selten möglicherweise schädliche Substanzen ausgleichen. Solcher Art Studien, über mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen von Ballaststoffen in hochkonzentrierter Form mahnen eher dazu, dass jegliche Ernährungsweisen basierend auf „zu viel“ nicht unbedingt zu gewünschtem Gesundheitseffekt führen. Auch sollte immer darauf geachtet werden, dass Ballaststoffe mit ausreichend Flüssigkeit aufgenommen werden, damit sie ihre gewünschte Quellwirkung im Magen erzielen.

Auch der oft gehörte Vorwurf, man müsse um die empfohlene Menge von 30g Ballaststoffen pro Tag einzunehmen, Unmengen an Kohlenhydraten verspeisen, was folglich Blutzuckerspiegel, Blutdruck sowie Blutfettwerte wieder erhöht, ist unzureichend, da Ballaststoffe in weitaus mehr Lebensmitteln vorhanden sind als allgemein bekannt: die üblichen kohlenhydratreichen Lebensmittel wie Nudeln, Brot, Backwaren, Getreide, Müslis und Reis bilden dabei nur eine Minderheit. Auch in grünem Blattgemüse, Beeren, Früchten (auch Trockenfrüchte wie z.B. Datteln!), Nüsse, Samen, sowie in Gemüse, vor allem in Kohl, sind Ballaststoffe in Hülle und Fülle vorhanden.

Gesundheitsrisiken entstehen meist nur aufgrund einer falschen Lebensmittelauswahl, zu hohen Mengen oder einer falschen Zubereitungsform. Ein gesunder Ballaststoffverzehr jedoch, basierend auf: gekeimten oder traditionell hergestelltem Brot (z.B Sauerteigbrot!); Müslis bestehend aus gekeimten Korn; Nüssen und Samen (wie unsere leckeren Eat Superfood Müslis beherbergen); wie auch ballaststoffreiches Kokosmehl als attraktive Backalternative; und Früchten (insbesondere Baobab Fruchtpulver, idealerweise nicht mit stärkehaltigen Lebensmitteln kombiniert); führt in der Regel zu positiven Auswirkungen auf Darmtätigkeit sowie der Senkung von Blutfettwerten und Cholesterinspiegel. Auch wird einer ballaststoffreichen Ernährung ein damit einhergehendes geringeres Risiko für Typ 2 Diabetes zugesprochen, da Ballaststoffe helfen, die Insulinwirkung zu verbessern, sowie Blutzuckerspitzen zu vermeiden.

Wenn sich neben dem morgendlichen Müsli am Tag also noch ein Apfel als Zwischenmahlzeit und eine große Portion Gemüse am Abend auf dem Speiseplan wiederfinden, ist die empfohlene Menge an täglich wertvollen Ballaststoffen schnell erreicht.

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