Baobab: der Apothekerbaum

Published : 11.04.2017

Baobab: der Apothekerbaum

Eine Ikone im afrikanischen Landschaftsbild und ein jahrhundertealtes Arzneimittel in der vor Ort ansässigen Kultur - wird nun auch auf dem westlichen Gesundheitsmarkt zum Superfood geadelt. Die Rede ist vom Baobab, der Affenbrotbaum (Adansonia digitata), der in den tropischen Gegenden Afrikas, den Komoren und Madagaskar beheimatet ist. Als heilender Held in unzähligen Mythen und Märchen verehrt, findet der „Apothekerbaum“ auch zunehmend wissenschaftliche Anerkennung und Interesse im globalen Superfood Rausch. Seine Früchte sind reich an Vitalstoffen, Vitamin C, Eisen und antioxidativ wirkenden Polyphenolen und neuste Studien deuten auf eine probiotische Wirkung des Baobab-Pulvers hin.

In der traditionellen afrikanischen Medizin findet der Baobab vielseitige Verwendung: von der Wurzel bis zur Blüte werden dem Baum heilende Kräfte zugeschrieben. Früchte, Fruchtpulver, Samen sowie Blätter sollen bei Infektionskrankheiten wie Malaria, Pocken, Asthma und Fieber helfen – auch bei Entzündungen des Magen-Darm-Traktes sind die Samen ein beliebtes Arzneimittel. Bei Knochen und Gelenkbeschwerden hingegen werden bevorzugt Blüten, Rindenstücken und Wurzeln verwendet. Diesem Volksglauben kommt die Wissenschaft nun auf die Spur und belegt was über Jahrhunderte praktiziert wurde.

Die Baobab-Frucht birgt viele antioxidativ wirksame Polyphenole – sekundäre Pflanzenstoffe, die der Frucht als Abwehr,-und Geschmacksstoffe dienen, im menschlichen Organismus jedoch eine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung entfalten. Da sie oxidativem Stress entgegenwirken, sprich freie Radikale unschädlich machen, können sie zur Vorbeugung gegen Krebs eingenommen werden. Baobab Früchte besitzen mehr Antioxidantien als Acai-und Goji-Beeren, die im Volksmund gerne als antioxidative Spitzenreiter gelten.

Neben Polyphenolen liefert die Baobab-Frucht eine Fülle an Vitaminen und Mineralstoffen. Vor allem das Immunsystem-stärkende Vitamin C ist mit ca. 40 g vorhanden und deckt somit mehr als 100% der täglich empfohlenen Einnahmemenge. Damit besitzt die Baobab Frucht etwa 6mal so viel Vitamin C wie Orangen. Eine oftmals vergessene Eigenschaft von Vitamin C ist, dass es uns befähigt pflanzliches Eisen aus unserer Nahrung aufzunehmen. Auch Muskeln und Nerven werden durch eine beachtliche Menge an Kalium (2250 mg pro 100 g) genährt und unterstützt. Zudem sind die Früchte sehr ballaststoffreich und verhelfen so zu einer gesunden Verdauung. Eine Studie einer italienischen Universität konnte nachweisen, dass bei 64 % aller Studienteilnehmer mit Reizdarm-Syndrom bereits eine 14-tägige Baobab-Kur zu einer nachhaltig besseren beschwerdefreien Darmflora führte. Während herkömmliche Trockenfrüchte zu maximal 18% aus Ballaststoffen bestehen, liefert die Baobab-Frucht ganze 44%. Da Ballaststoffe bewirken, dass Kohlenhydrate langsamer verstoffwechselt werden, bleibt der Blutzuckerspiegel konstant und führt in der Folge zu einem länger anhaltenden Sättigungsgefühl. Kein Wunder also, dass Baobab-Kapseln mittlerweile auch im schlanken Hollywood als heiße Newcomers gefeiert werden, wo das neue Lebensmotto „genussvoll abnehmen“ heißt – was klingt da verlockender und vielversprechender als „Baobab-Mango-Smoothie“.

Verfasst von Marisol am 17.04.2017

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