Die “Dirty Dozen” & Pestizide

Veröffentlicht am: 29.03.2017

Die “Dirty Dozen” & Pestizide

Bio Lebensmittel sind nicht nur ethisch und umwelttechnisch verantwortungsvoller sondern auch schmackhafter und gesünder für den Menschen, da weitaus größere Mengen an Nähr- und Vitalstoffen enthalten sind als in ihren konventionellen Pendants (siehe letzten Artikel zu Bio Produkten). Der Grund hierfür liegt vor allem in der Tatsache begründet, dass biologische Landwirtschaft den Gebrauch von Pestiziden untersagt.

Konventionelles Obst und Gemüse ist mit Pestiziden übersät, ja geradezu getränkt, aber gekauft wird es trotzdem, da das schicke Äußere den im Innern verborgenen synthetischen und oftmals toxischen Pestizidcocktail geschickt verbirgt. Immer noch unklar ist, welche Langzeitschäden durch den regelmäßigen Verzehr von Pestiziden entstehen können. Allerdings wurden sie mit Entwicklungsverzögerungen bei Kindern in Verbindung gebracht und stehen unter Verdacht, Krebs zu begünstigen und das Hormonsystem zu beeinflussen. Um dieser Art von Vermutungen erst gar nicht einen Nährboden zu bieten, sollte grundsätzlich Bio gekauft werden.

Manche Obst- und Gemüsesorten sind besonders stark belastet, je nach dem wie oft eine Pflanze mit Pestiziden oder Fungiziden behandelt wurde, wie stark sie Giftstoffe absorbiert oder sogar in wie weit sie spezielle Toxine dem Boden entzieht, auch wenn deren Anwendung in der Landwirtschaft schon seit Jahrzehnten nicht mehr erlaubt ist, aber immer noch in der Erde gespeichert sind.

Äpfel und Erdbeeren sind die Spitzenreiter was Pestizid Belastung angeht. In Äpfeln konnten bis zu 36 verschiedene Chemikalien nachgewiesen werden – bereits in einem einzigen wurden sieben verschiedene Substanzen entdeckt. Vor allem die Wechselwirkungen zwischen Pestiziden können zu nicht einschätzbaren und gefährlichen kumulativen Folgewirkungen im Körper führen.

Aus diesem Grund hat die amerikanische Nonprofit-Organisation „Environmental Working Group“ (EWG) nun schon im zwölften Jahr in Folge eine Liste der am stärksten mit Pestiziden belasteten Lebensmittel veröffentlicht. Die als „Dirty Dozen“ bekannte Liste basiert auf Daten des Ministeriums für Landwirtschaft der USA für rund 48 Obst – und Gemüsesorten. Danach waren 70% aller untersuchten Lebensmittel mit insgesamt 178 unterschiedlichen Pestizid Rückständen belastet. Angeführt wird die 2017„Dirty Dozen“ von Erdbeeren gefolgt von Spinat, Nektarinen, Äpfeln, Pfirsichen, Sellerie, Weintrauben, Birnen, Kirschen, Tomaten, Paprika und Kartoffeln. Hervorzuheben ist außerdem, dass über 98% der untersuchten Erdbeeren, Spinat, Pfirsichen, Nektarinen, Kirschen und Äpfeln mindestens ein Pestizid enthielt, 20 Pestizide alleine in einer einzelnen Erdbeere gefunden wurden und Spinat im Durchschnitt zweimal so viel Pestizid Rückstände besitzt als jedes andere Gemüse.

Paleo ist ein Aufruf nach einer ursprünglicheren, natürlicheren Ernährungsweise – Erdbeeren im Winter zu essen ist ein Luxus auf den es zu verzichten gilt, wenn damit ein mögliches gesundheitliches Risiko verbunden ist. Mögen wir also der Versuchung widerstehen und unsere Ernährung der frischen Vielfalt jeder Jahreszeit ein wenig mehr anpassen – je lokaler und saisonaler, desto geringer die Notwendigkeit frisches Gemüse und Obst künstlich haltbarer zu machen und umso kleiner das Risiko von Pestizid Rückständen vergiftet zu werden!



clockblog- Verfasst am 28/03/2017 von Marisol

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