Fake Foods

Published : 01.08.2017

Fake Foods

Es scheint paradox: trotz derzeitigem Ernährungs, - und Lebenstrend hin zu mehr, statt weniger Natur, konsumieren wir im Schnitt mehr industrielle Lebensmittelzutaten als echte Lebensmittel. Zu dieser schockierenden Erkenntnis ist Lebensmittelexperte und Autor von „Die Ernährungslüge“ Hans-Ulrich Grimm gekommen: demnach verspeisen die Deutschen pro Kopf im Jahr 11 Kilo Bananen und 16,6 Kilo Tomaten, entgegen 18,8 Kilo industrielle Lebensmittelzutaten, über deren gesundheitliche Auswirkungen im menschlichen Organismus wir noch erstaunlich schlecht Bescheid wissen, bzw. informiert werden.

„Gefaket“ wird mit großer Leidenschaft und Expertise (übrigens auch und erst recht im veganen Ernährungsrausch!) mit allerlei Stoffen wie künstlichen Geschmacksverstärkern und Aromen, Konservierungsmitteln, Zucker und Farbstoffen, um möglichst ansehnliche, haltbare und geschmacklich akzeptable Lebensmittel herzustellen. Da mit ihnen Aussehen, Konsistenz, Aroma und Geschmack perfekt kaschiert und wunschgemäß angepasst werden können, verbergen sich oftmals hinter Fertigprodukten „aufgestylte“ Billigrohstoffe. Diese sind nicht selten trotz schönem Äußerem, „innerlich verunreinigt“ und neben bedenklichen Zusatzstoffen lassen sich auch häufig Pestizid Rückstände wiederfinden. Wie zuletzt in dem allseits beliebten „Ben & Jerry’s“ Eis: der amerikanische Eiskonzern bemüht sich um ein sauberes Image, engagiert sich unter anderem für geschlechtliche Gleichberechtigung, die Kennzeichnung genmanipulierter Lebensmittel, Fairtrade und nachhaltige Produktionsweisen. Und doch wurden nun in zehn von elf Eiscreme Proben das allseits umstrittene Pflanzenschutzmittel Glyphosat nachgewiesen. Hierbei ist wichtig zu erwähnen, dass die Stichproben mit US-Sorten von der privaten Non-Profit-Organisation „Organic Consumers Organisation“ durchgeführt wurde, daher nicht mit deutschen Produkten in Verbindung stehen. Demnach soll der Unkrautvernichter „Roundup“ der Firma Monsanto für die Glyphosat-Rückstände verantwortlich sein, ein Pflanzengift, dessen schädliche Auswirkungen auf Mensch und Natur oftmals verharmlost oder gar geleugnet werden. Glyphosathaltige Unkrautvernichter wie z.B. Roundup wirken als Pestizid Cocktails, was bedeutet, dass die Mixtur immer gefährlicher und giftiger ist als die einzelnen Komponenten alleine. Spätestens seit der Veröffentlichung einer Studie 2015 in der Fachzeitschrift Lancet Oncology, durchgeführt von der International Agency for Research on Cancer (IARC), einer Einrichtung der WHO, ist der weltweit am meisten eingesetzte Herbizid-Wirkstoff Glyphosat in aller Munde: nun offiziell als krebserregend nachgewiesen.

Die unkontrollierte Verbreitung von Pestiziden in unserer Umwelt und Nahrungskette und deren langfristige gesundheitsschädlichen Auswirkungen, ist eine Sache. Eine andere ist das Aufputschen unserer Lebensmittel mit oftmals giftigen Zusatzstoffen, deren Kennzeichnung auf Verpackungen ungenügend, unverständlich, irreführend und teilweise sogar erst gar nicht vorhanden ist. Zucker und andere Süßstoffe gelten langfristig als Nervengift, Konservierungs, - und Farbstoffe stehen im Verdacht den Zuwachs an Allergien mit zu verantworten und der Geschmacksverstärker Glutamat ist ein gefährliches Nervenzellgift, das die Blut-Hirn-Schranke überwinden vermag.

Versteckt in Kakaopulver, Tiefkühlgemüse, Früchtetee und Fertigpizza: der Boom an Aromastoffen in unseren Lebensmitteln ist ein Milliardengeschäft. Alleine in Deutschland werden jedes Jahr 15.000 Tonnen Aromen eingesetzt, um 15 Millionen Tonnen Lebensmittel geschmacklich zu verfälschen. Pro Kopf bedeutet das, dass jeder Bürger durchschnittlich pro Tag 500 Gramm industriell aromatisierte Lebensmittel konsumiert. Und trotz Biotrend ist der Aromamarkt laut Foodwatch zwischen 2009 und 2013 um 132% gewachsen. Heute gilt, erst mit Aromen und Zusatzstoffen werden unsere geschmacksbefreiten Industrieprodukte überhaupt erst genießbar, oder eher gesundheitsschädlich?

Um gesundheitlich auf der sicheren Seite zu sein und geschmacklich ein „echtes“ Genusserlebnis zu erfahren, sollte man zu natürlichen Produkten greifen: EAT produziert nicht nur 100% bio sondern auch ohne Zucker, Konservierungsstoffe, Farbstoffe und künstlichen Zusätzen. Eine gesellschaftliche Rückbesinnung zu natürlicheren Produkten, die bereits von Natur aus gefüllt sind mit lebenswichtigen Vitalstoffen und unersetzbaren natürlichen Geschmacksträgern, ist nicht nur wünschenswert, sondern absolut notwendig, um die eigene Gesundheit in Zukunft zu garantieren.

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