Kokosnuss – der neue Stern am Himmel

Published : 11.01.2018

Kokosnuss – der neue Stern am Himmel

Trotz winterlich weihnachtlichem Appetit gelüstet es einen dann doch ab und an zu mehr tropischen Geschmäckern; nicht zuletzt um die Reiselust neu zu entfachen, wenn es auf dem heimatlichen Sofa am Kamin zu gemütlich wird. Die Kokosnuss schmeckt nicht nur nach Palmen und Strand, sondern gilt auch immer mehr als neuer Stern am Superfood-Himmel. Kokosprodukte gelten mittlerweile als Alleskönner: vom Sahneersatz für Veganer bis hin zum Hautpflegemittel für samtweiche Haut und Anti-Alzheimer-Wirkstoff.

Kokosnuss gibt es heute in allerlei Form und Konsistenz. Von Kokoswasser, der neue go-to- drink unter allen Szene Sportlern (da beinahe kalorienarm), zu Kokosflocken und Raspeln in Süßigkeiten, Müsli und Gebäck; bis hin zu Kokosmehl (ein Gluten freier Ersatz für Getreidemehl) und Kokosblütenzucker. Letzterer gilt zwar als gesündere Alternative unter allen extravaganten Hipster-Shoppern, da aus dem Nektar der Kokosblüte gewonnen, ist aber letzten Endes genauso ein Zucker wie alle anderen auch. Basis für alle jedoch ist das Kokosöl bzw. Kokosfett. Dass die Kokosnuss boomt ist also kaum zu übersehen. Aber in unserer Medien-dominierten Welt muss man aufpassen, Fakten nicht durch Träume zu ersetzen.

Kokosöl besteht aus 60-65% mittelkettiger Fettsäuren, vor allem aus Laurinsäure, welche im Gegensatz zu ihren langkettigen Kollegen wasserlöslicher ist und daher von unserem Organismus auch ohne Verdauungsenzyme und ohne Gallensäure resorbiert werden kann. Das erleichtert nicht nur ihre Verdauung, sondern bewirkt auch, dass sie kaum ins Fettgewebe eingelagert wird. Allerdings bieten mittelkettige Fettsäuren genauso viel Kalorien wie andere Fette auch, nämlich 9 kcal pro Gramm, was vom breiten Volksmund meist übersehen wird. Verfolgt man also das Ziel durch den Austausch von konventionellen Fetten mit Kokosfett einen Gewichtsverlust zu erlangen, wird deutlich enttäuscht werden. Auch, dass Kokosfett scheinbar gesünder ist als unsere lokalen Sonnenblumen,-Oliven,-und Rapsöle – ist mehr Schein als Sein. Bislang gibt es dafür keine eindeutigen wissenschaftlichen Beweise. Was allerdings gezeigt wurde ist, dass Kokosöl sowohl LDL als auch HDL Werte in unserem Blut erhöht, was mit einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten einhergeht. Nun, das soll nicht heißen, dass Kokosfett ungesund ist, es enthält schließlich ebenfalls wertvolle Ballaststoffe und Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Natrium, Kupfer, Eisen und Phosphor. Allerdings sollte man seine Kokoseuphorie etwas in Grenzen halten und auf weitere Studien warten, die eindeutigere Aussagen zulassen.

Um die gelegentliche Lust nach Palmen und Sonne also zu stillen, gibt es unsere neuen eat „Kokosmakronen“ – perfekter Urlaubsgeschmack für zu Hause.

Share this content