Proteine, wie viel & woher?

Published : 11.06.2017

Proteine, wie viel & woher?

In Zeiten, wo sich Anhänger der low-carb-, paleo-, oder vegan- Ernährung im Wettstreit um die jeweils beste und gesündeste Lebensform befinden, haben sich Proteine zum wohl begehrtesten und marktumstrittensten Makronährstoff der Neuzeit hinaufgeschwungen. Einfach jeder widmet sich hingebungsvoll der Suche und Jagd nach den besten Quellen und sobald gefunden, werden die Spitzenwerte sogleich in Großbuchstaben und Ausrufezeichen auf die Verpackung geschrieben. Während die Veganer glauben die Paleo’s essen zu viele Proteine; spekuliert das Paleo Volk über die vermeintliche Unterversorgung auf Seiten der Pflanzenfresser. Egal, ob du auf Kichererbsen oder auf Grass-gefüttertem Rind rumkaust – die Frage nach wie viel und woher steht jedem auf den Lippen.

Dabei ist der Schrei nach Proteinen durchaus berechtigt: wie der Begriff bereits in seinem griechischem Ursprung besagt, ist Protein „das was am Anfang steht“. Proteine, oder besser gesagt ihre kleinsten Bauteile die Aminosäuren, sind essentiell an den meisten unserer lebensnotwendigen Prozesse in unserem Körper beteiligt. Sie bilden die Grundsubstanz für unsere Muskeln, Blut, Haare, Nägel, sogar von Hormonen und Enzymen.

Der Körper bildet zwölf der zwanzig überlebenswichtigen Aminosäuren selber, acht jedoch muss er durch die Nahrung in Form von Proteinen zuführen. Tierische Eiweißquellen sind: Fisch, Fleisch, Hühnereier, Milch, Käse, Joghurt, Kefir etc. Pflanzliche Eiweißquellen sind zum Beispiel: Nüsse, Vollkornbrot, Weizen, Kartoffeln, Soja, andere Getreidesorten und bestimmte Gemüsesorten und Hülsenfrüchte. Allerdings unterscheiden sich die beiden Eiweißarten in ihrem Proteinnährwert sehr stark voneinander. Pflanzliche Eiweißquellen sind für die menschliche Eiweißversorgung von niedrigerem Wert einzustufen (mit Ausnahme von Milch, Käse und Molke die ebenfalls einen geringeren Proteinnährwert haben als Fleisch oder Fisch). Grundsätzlich beträgt der Eiweißnährwert in pflanzlichen Proteinen etwa die Hälfte dessen, was Fleisch, Fisch und Geflügel pro Gramm liefern. Die Qualität und den Nährwert von Eiweißen bestimmen die acht essentiellen Aminosäuren und ihr Verhältnis zueinander. Nicht zu vergessen ist der Stoffwechselabfall der jeweiligen Proteinquelle: die bei der Verstoffwechselung von Proteinen freigesetzten Aminosäuren spalten sich einerseits in Ammoniak, ein für unsere Zellen giftiger Stoffwechselabfall, und andererseits in Zucker. Und hier gilt; je minderwertiger der Proteinnährwert, desto höher ist der Zuckeranteil. Pflanzliche Proteinquellen liefern also nicht nur einen geringeren Proteinnährwert, sondern darüber hinaus noch größere Mengen an giftigen Abfällen und Zucker. Liegt der Proteinnährwert von Fisch und Fleisch bei 28-36% und der dazugehörige Stoffwechselabfall bei 64-72%, liegt der Nährwert bei der allseits beliebten Soja Quelle beispielsweise bei 17% aber bei korrespondierenden 83% Stoffwechselabfall. Entgegen also aller Märchenlügen, beflügelt von der veganen Erfolgslobby und bei noch so viel Tier,-und Umweltliebe, kommen Pflanzen, ob es uns gefällt oder nicht, nicht mal annährend an den Eiweißnährwert tierischer Quellen heran: müsste man mit pflanzlichen Proteinen seinen täglichen Proteinbedarf decken, müsste man tatsächlich bspw. mehrere Kilo Bohnen essen.

Wo die Frage nach dem woher also geklärt ist, bleibt nun noch wie viel? Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt etwa 0,8 g Eiweiß und maximal 2 g pro Kilogramm Körpergewicht zu essen (egal ob Frau oder Mann!).

Wohingegen unser Körper Kohlenhydrate praktisch gar nicht braucht, da er den Zucker aus verschiedenen Quellen selbst herstellen kann, geben Proteine den Takt des Lebens an – dabei bleibt die Quelle jedem selbst überlassen.

Share this content