Veganer Wurstersatz: mehr Schein als Sein

Veröffentlicht am: 18.01.2018

Veganer Wurstersatz: mehr Schein als Sein

Der vegane Lebensmittelboom nimmt immer mehr den Anschein eines trotzigen Oppositionellen, der sich auf der einen Seite die moralische Opferrolle des globalen „Ernährung’s Crash“ zuschreibt und allen Umwelt,-und ernährungsbewussten Gegnern des „modern lifestyles“ großherzig Unterschlupf bietet und ein gutes Gewissen verkauft; und auf der anderen Seite sich zu eine immer mehr Markt dominierenden Lebensmittelindustrie hinaufschwingt, die attraktive, innovative und scheinbar gesündere Fleischalternativen bietet. Der Wettstreit zwischen Veganern und Paleolanern wird dabei herzlich willkommen geheißen, und alle Gegensätze soweit ausgeschlachtet bis der Paleolaner auf ein Stückchen Fleisch reduziert wird und vom Veganer nicht mehr übrigbleibt, als eine zu krumm gewachsene Karotte, von der man beim beste Willen nicht überleben kann.

In der veganen Welt von Morgen soll auf keinen Genuss verzichtet werden müssen: bei 100%ger Tierliebe kommt der Geschmack für ein Sojaschnitzel doch von ganz allein. Aber mal alle Emotionen beiseite. Die Wissenschaft zeigt nun, dass vegane Ersatzprodukte oftmals nicht das sind was sie vorgeben zu sein: nämlich gesünder als ihre Originale. Bundesweit haben die Verbraucherzentralen eine Untersuchung von rund 100 Fleisch-und Wurstersatzprodukten sowie rund 30 Milchalternativen geprüft. Dabei zeigte sich, dass Ersatzprodukte für Wurst und Fleisch im Schnitt zwar kalorienärmer sind und weniger gesättigte Fette enthalten, dafür aber bei 80% der untersuchten Lebensmittel zu viel Salz festgestellt wurde. Außerdem wurden bis zu acht Zusatzstoffe nachgewiesen, deren genaue Komposition oftmals undurchsichtig und sogar hochgradig ungesund sein kann: um den gewünschten Geschmack und die richtige Konsistenz zu erzeugen, müssen vegane Ersatzprodukte mit zahlreichen künstlichen Zusatzstoffen wie Aromen, Stabilisatoren, Verdickungsmittel (außer Gelatine!) und versteckten Zucker „aufgeputscht“ werden.

Und überhaupt, muss man wirklich aus Bohnen und Körnern Hähnchenbrüste herstellen!? „Natürlicher“ ist das auf jeden Fall nicht und gesünder nun womöglich auch nicht. Lebensmittel jedenfalls, die mehr „Industrie“ als Natur enthalten, sind keine annehmbare Alternative für einen aufrichtigen und verantwortungsbewussten Veganer.

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