Versteckte Zuckerbomben

Veröffentlicht am: 06.04.2018

Versteckte Zuckerbomben

Wahrscheinlich wurde noch niemals zuvor so viel gemogelt, wie im heutigen Lebensmittelmarkt. Das empörende ist nur, dass diese Art Schummeleien auf Kosten der Gesundheit von Konsumenten geht. Das groteske an der Sache ist, dass diese auch noch im Glauben gelassen werden, etwas scheinbar Gesundes zu essen. Die bürgerliche Gutgläubigkeit wird also eiskalt ausgenutzt um Profite zu schlagen. Vergegenwärtigt man sich alleine, dass zur Mitte des 19. Jhd. der Durschnitts Verzehr eines Amerikaners bei ca. 8 Kg Zucker pro Jahr lag und es heute im Schnitt ganze 68 Kg sind, also das 8,5-fache, wird schnell klar, dass es sich vor allem auch um versteckte Zuckerquellen handeln muss.

Und dass wir von Verpackungen und intelligenten Lockrufen auch noch irregeführt werden ist die Frechheit der Konzerne, durch die wir uns tagtäglich blenden lassen. Denn, ob Müsli, Salatdressings oder harmlosen Joghurt: Fertigprodukte enthalten meist große Mengen an versteckten Zucker und dass, obwohl sie einen scheinbar gesunden Eindruck machen.

Allein in 150 Gramm Fruchtjoghurt beispielsweise stecken bereits sechs Würfelzucker, um gewünschtes Aroma und Geschmack herzustellen. Diese Menge entspricht ca. 20 Gramm Zucker. Orientiert man sich an der Weltgesundheitsorganisation WHO sollte man in Zukunft nur noch etwa 25 Gramm Zucker pro Tag zu sich nehmen – was mit dem Konsum eines einzigen Fruchtjoghurts so schon fast aufgebraucht wäre. Die größten Mogler sind sogar die angepriesenen „fettarmen“ Joghurt Varianten, die meist bis zu 180% mehr Zucker enthalten als ihre superfetten schmackhaften Griechischen Alternativen, um den fehlenden Fettanteil geschmacklich auszuloten.

Auch fertige Fruchtsäfte und die allseits beliebten Smoothies enthalten kritische Mengen an beigefügtem Zucker, von ihrem natürlichen Fruchtzuckeranteil ganz zu Schweigen. Besser ist ohnehin, Früchte zu essen anstatt sie zu trinken, um von ihren vollwertigen, verdauungswichtigen Ballaststoffen zu profitieren.

Bereits gemischte Salatdressings sind eine weitere ungeahnte Quelle an Zucker, das gleiche gilt für Tütensuppen, fertige Gemüsebrühen, Soßenbindern, Ketchup oder Fertigdips. Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass die so scheinheilig aussehenden Müslis und Cornflakes, von denen sich ein mancher einen gesunden Start in den Tag verspricht, meist schicker aussehen als was sie tatsächlich sind. Es lohnt sich einen Blick auf die kleingedruckten Seitenflächen zu werfen, um sich ein Bild davon zu machen, was sich in seinem Frühstücksklassiker tatsächlich verbirgt. Und apropos, offiziell wurde Dr. Oetkers VITALIS Früchtemüsli zur „Mogelpackung“ des Jahres gekürt. Trotz unverändertem Erscheinungsbild enthält das neue Früchtemüsli nicht nur 100 Gramm weniger Füllmenge, sondern auch mehr Zucker und weniger Vollkorn. Und das ganze wurde dann gar als „verbesserte“ Rezeptur verkauft..

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