Kaum eine Pflanze blickt auf eine so Jahrtausende alte Geschichte zurück wie Kurkuma. 4000 Jahre alte Schriftquellen aus Indien und China beschreiben bereits ihre wundersamen Heilwirkungen und zudem kulinarisch wertvollen Geschmacksnoten im feinsten Detail. Es war der venezianische Seefahrer Marco Polo der das begehrte Pulver erstmals im 14. Jahrhundert nach Europa brachte, zu der Zeit kaum ein Kontinent des edlen Geschmacks und feinsinnigen Geistes – die europäische Begeisterung für Pflanzenheilkunde und exotische Gewürzmischungen kam erst sehr viel später. Wohl erst seit Einbruch der Ayurveda-Medizin findet die gelb-leuchtende Wurzelpflanze auch in unseren Breiten Anerkennung und wissenschaftliche Interesse – und nun begegnet man ihr, in Kochtöpfen als auch Reagenzgläsern, mit ausgesprochen neugierigem Pioniergeist.
Auch als indischer Safran oder Gelbwurz bekannt ist Kurkuma Bestandteil des Currygewürzes. Aber erst in Verbindung mit Piperin, dem verstärkenden Wirkstoff in schwarzen Pfeffer, können die wertvollen Nährstoffe der Pflanze vollständig von unserem Körper aufgenommen werden (Piperin erhöht die Aufnahmefähigkeit des Wirkstoffes Curcumin um sagenhafte 200%! – siehe Artikel vom 15. Dez). Curcumin, der gelbe Farbstoff der aus den Wurzelstöcken der Kurkumapflanze gewonnen wird, wirkt hochgradig antioxidativ. Von der Pflanze zum eigenen Schutz vor Krankheitserregern, Bakterien und Fressfeinden produziert, können wir nun von diesem pflanzlichen Schutzschild profitieren: nicht nur bekämpft Curcumin freie Radikale und wirkt somit Zellschäden und folgeträchtigen Krankheiten wie Krebs entgegen, sondern wirkt darüber hinaus Verdauungsstörungen und Magenbeschwerden, Übelkeit, Appetitverlust, Entzündungen und Völlegefühl entgegen – so die WHO, die die Effektivität von Kurkuma anerkannt und bestätigt hat.
Insgesamt konnten bislang über 90 Inhaltsstoffe nachgewiesen werden, von wertvollen Vitaminen, Mineralstoffen und Proteinen bis hin zu ätherischen Ölen, sekundären Pflanzenstoffen und sogar dem flüssigen Naturharz Resin – kurz, eine Pflanze die mit vielversprechenden Wirkstoffen nur so überzusprudeln scheint. Diese reiche Palette an Inhaltstoffen wirkt und belebt auf vielseitige Art und Weise: Kurkuma beflügelt den Appetit, arbeitet harntreibend und cholesterinsenkend, stärkt die Nerven und beugt Thrombosen vor. Es besitzt leberschützende Eigenschaften und wirkt antibakteriell – nicht ohne Grund wird Kurkuma in der ayurvedischen Medizin auch als natürliches Antibiotikum verwendet. Es verhindert Fettablagerungen in den Arterien und kann daher präventiv gegen Herzinfarkt und Schlaganfall eingenommen werden. Da es die Bildung von weißen Blutkörperchen unterstützt, kann Kurkuma unsere Sauerstoffaufnahme positiv beeinflussen und somit die Blutwerte verbessern. Eine weitere außergewöhnliche Eigenschaft ist, dass Curcumin die Blut-Hirn Schranke passieren kann und daher auch bei Behandlungen von Demenz, Alzheimer oder Multiple Sklerose vielversprechende Ergebnisse erzielt.Nun, sei es zum würzen oder zum heilen – die Leuchtkraft von Kurkuma lässt nicht nur jedes Gericht in neuen Farben erstrahlen sondern erwärmt auch Körper und Geist mit neuer Lebenskraft.