Es gibt Produkte, bei denen ein Stück völlig ausreicht. Und es gibt andere, bei denen die Hand fast automatisch noch einmal in die Tüte greift.
Das liegt nicht immer nur an Hunger oder fehlender Disziplin. Forschungsergebnisse zeigen, dass die Art, wie ein Produkt zusammengesetzt und hergestellt wird, einen erstaunlich großen Einfluss darauf haben kann, wie viel wir davon essen.
Eine aktuelle Dokumentation von ARTE beschäftigt sich genau mit dieser Frage. Und einige der darin vorgestellten Untersuchungen sind bemerkenswert.
Bei der Entwicklung vieler stark verarbeiteter Produkte wird längst nicht nur darauf geachtet, dass sie gut schmecken.
Auch Konsistenz, Schmelz, Knusprigkeit, Duft und sogar das Geräusch beim Essen können untersucht und optimiert werden.
Wie knackig soll ein Produkt sein? Wie schnell soll es sich im Mund auflösen? Welche Kombination aus süß, salzig und fettig empfinden Menschen als besonders angenehm?
Für solche Fragen gibt es professionelle Geschmackstests und umfangreiche Produktforschung.
Das Ziel ist verständlich: Ein Produkt soll uns möglichst gut schmecken.
Interessant wird es allerdings dort, wo nicht nur der Geschmack, sondern auch unser Essverhalten beeinflusst wird.
Besonders aufschlussreich ist eine Untersuchung der amerikanischen Gesundheitsbehörde National Institutes of Health.
20 Erwachsene verbrachten mehrere Wochen unter kontrollierten Bedingungen in einer Forschungseinrichtung.
Während eines Teils der Untersuchung bekamen sie überwiegend stark verarbeitete Produkte. In einem anderen Zeitraum bestand ihre Ernährung aus wenig oder nicht verarbeiteten Produkten.
Die angebotenen Mahlzeiten wurden dabei so zusammengestellt, dass wichtige Nährwerte möglichst vergleichbar waren.
Die Teilnehmer durften selbst entscheiden, wie viel sie essen wollten.
Das Ergebnis war deutlich.
Während der Phase mit stark verarbeiteten Produkten nahmen sie durchschnittlich rund 500 Kilokalorien mehr pro Tag zu sich.
Und das, ohne dass jemand sie dazu aufgefordert hatte.
Sie aßen außerdem schneller.
Innerhalb von zwei Wochen nahmen die Teilnehmer während dieser Ernährungsphase durchschnittlich etwa 0,9kg zu. In der Phase mit weniger verarbeiteten Produkten verloren dieselben Menschen dagegen ungefähr 0,9kg.
Genau diese Frage beschäftigt die Forschung noch immer.
Ein möglicher Faktor ist die Geschwindigkeit.
Viele stark verarbeitete Produkte sind weich, luftig oder so beschaffen, dass sie sich besonders schnell essen lassen. Unser Körper benötigt jedoch etwas Zeit, bis Sättigungssignale entstehen.
Wer schneller isst, kann deshalb bereits mehr Energie aufgenommen haben, bevor das Gefühl entsteht: Jetzt bin ich satt.
Auch die Energiedichte kann eine Rolle spielen.
Ein Produkt kann sehr leicht wirken und sich schnell im Mund auflösen, gleichzeitig aber vergleichsweise viele Kalorien enthalten.
Unser Mundgefühl und die tatsächlich aufgenommene Energie passen dann möglicherweise nicht mehr so gut zusammen.
Spannend ist auch, wie viele kleine Details unser Essen beeinflussen können.
Bei knusprigen Produkten spielt beispielsweise das Geräusch beim Hineinbeißen eine Rolle.
Bei Eis sind Schmelz und Cremigkeit entscheidend.
Bei Snacks kann die Form beeinflussen, wie schnell wir essen.
Selbst Verpackungen werden so gestaltet, dass Produkte einfach zu öffnen, bequem zu essen und möglichst selbstverständlich in unseren Alltag einzubauen sind.
Jeder einzelne dieser Punkte wirkt zunächst unbedeutend.
Zusammen ergeben sie jedoch ein sehr genau gestaltetes Esserlebnis.
So einfach ist es nicht.
In wissenschaftlichen Untersuchungen findet man zwar zahlreiche Zusammenhänge zwischen einem hohen Konsum stark verarbeiteter Produkte und verschiedenen gesundheitlichen Problemen.
Aber ein Zusammenhang bedeutet noch nicht automatisch, dass die Verarbeitung selbst die Ursache ist.
Menschen, die besonders viele solcher Produkte essen, unterscheiden sich häufig auch in anderen Bereichen ihres Lebens und ihrer Ernährung.
Deshalb sollte man bei weitreichenden Aussagen vorsichtig sein.
Sehr interessant ist dagegen das kontrollierte Experiment zum Essverhalten.
Es zeigt, dass die Art eines Produkts offenbar tatsächlich beeinflussen kann, wie schnell und wie viel wir davon essen.
Wenn wir über Ernährung sprechen, schauen wir häufig auf einzelne Werte.
Wie viel Zucker?
Wie viel Fett?
Wie viele Kalorien?
Das ist sinnvoll. Aber möglicherweise greift es zu kurz.
Wir können uns zusätzlich fragen:
Wie viele ursprüngliche Zutaten erkenne ich noch?
Wie stark wurde das Produkt verändert?
Wie schnell kann ich es essen?
Und macht es mich wirklich satt?
Denn gutes Essen sollte nicht nur im ersten Moment gut schmecken.
Es sollte uns auch nähren, sättigen und uns langfristig guttun.
Vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum wir bei eat Performance seit unserer Gründung einen anderen Weg gehen.
Wir arbeiten mit ursprünglichen Bio Zutaten und entwickeln Produkte daraus. Getreidefrei, von Natur aus glutenfrei und ohne Füllstoffe.
Nicht, weil Verarbeitung grundsätzlich schlecht ist.
Sondern weil wir glauben, dass man aus guten Zutaten etwas richtig Leckeres machen kann, ohne Essen unnötig kompliziert zu machen.
Manchmal ist die spannendste Frage auf einer Zutatenliste deshalb gar nicht, was darin enthalten ist. Sondern wie viel eigentlich nötig war, um daraus dieses Produkt zu machen.